Donnerstag, 17. November 2011

Swampy's Backpackers!!

JA, MICH GIBT ES NOCH!


Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich jetzt endlich mal wieder die Zeit einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Okay - also was ist seit dem letzten Mal passiert??

NELSON! In Nelson wollte ich ja eigentlich nach einem Job suchen, was sich mal wieder als unmöglich herausgestellt hat. Die Stadt liegt ziemlich nahe am Abel Tasman National Park, einem der schönsten Nationalparks in Neuseeland, sodass fast jeder in dieser Region einen Job finden will. Nachdem ich das recht schnell herausgefunden hatte, bin ich nach Motueka weitergefahren - eine kleine Stadt etwas weiter nördlich. Dort gibts eine Muschelfabrik, die angeblich immer Leute braucht, aber wie nicht anders zu erwarten, brauchten die natürlich niemanden. Da war ich aber auch ganz froh, weil Motueka ziemlich runtergekommen aussah.
BLENHEIM! Also bin ich weiter nach Blenheim - der Name lässt noch auf die deutschen Wurzeln schließen. Die Region um Blenheim ist übersät mit unzähligen Weinfeldern und das hat mich auch ziemlich optimistisch gestimmt. Die erste Nacht habe ich auf einem Zeltplatz am Rande der Stadt verbracht, wo ich von einem Hostel gehört habe, wo einem direkt Arbeit vermittelt wird. Also bin ich am nächsten Tag nach Spring Creek aufgebrochen, was mit dem Auto nur 4 Minuten von Blenheim entfernt ist. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte! Das Hostel ist total gemütlich - überall alter Dielenboden, ein Kamin im "Wohnzimmer", ein TV-Raum, mehrere chillige Sofas im Außenbereich, drei Küchen usw. Es ist zwar definitiv nicht gerade eine Luxusherberge und die Sauberkeit hält sich auch in Grenzen, aber das Flair ist genial. Außerdem konnte ich solange umsonst im Hostel beiben, bis sie mir einen Job vermittelt haben. An dem Freitag als ich angekommen bin, war das Hostel relativ leer, weil es fast keine Arbeit gab - wer hätte das gedacht!?! ;) Es waren nur etwa 15 Leute im Hostel - der sogenannte alte Kern, weil sie alle schon ein paar Wochen zusammen dort waren. Ich hatte erst Bedenken, dass es bei so einer eingeschworenen Gruppe schwierig ist, "aufgenommen" zu werden, aber schon am ersten Abend waren diese Bedenken aus dem Weg geräumt. Das Wochenende war dann eigentlich nur Party angesagt und ich habe noch ein bisschen die Umgebung von Blenheim abgecheckt. Blenheim ist eine reine Arbeiterstadt - ziemlich hässlich, aber groß genug, um alle notwendigen Dinge zu erledigen. Am Dienstag in der Woche danach gab es dann auch endlich Arbeit in den Weinfelder. Wir wurden halb 8 abgeholt und sind dann fast eine Stunde zu unserem Arbeitsplatz gefahren. Die Arbeit, die wir machen mussten, nennt sich "bud rubbing". Dabei muss man die ganzen neuen Triebe am Stamm der Weinstöcke abrubbeln, damit die Pflanzen beim Sprühen der Herbizide nicht eingehen. Das Ganze spielt sich also ausschließlich in Schienbeinhöhe ab und je größer man ist, umso beschissener ist die Arbeit. Täglich schafft man ungefähr 3500 bis 4000 Pflanzen. Danach ist man dann aber ein körperliches Wrack. Der Rücken und die Beine brennen wie Feuer und wir konnten uns alle nur noch wie Krüppel bewegen - nichts mit idyllischer Arbeit in den Weinfelder. Von einem Kanadier im Hostel habe ich dann erfahren, dass sie in der Brauerei, wo er arbeitet, wahrscheinlich noch Leute brauchen. Glücklicherweise hab ich auch direkt in der Woche noch den Job wechseln können. Die drei Tage in den Weinfeldern haben vollkommen ausgereicht. In der Brauerei ist die Arbeit wesentlich entspannter und nach Feierabend kann jeder noch zwei Freibier trinken. Das Bier ist allerdings nicht so wirklich mein Fall - ziemlich herb und manche Sorten sind mit Kirschessenz und Koreander - aber die Arbeit ist halbwegs abwechslungsreich. Letztens haben wir Plastikflaschen für die Forschungsstation in der Antarktis abgefüllt. Leider gibt es keine Maschine, die die Schraubverschlüsse auf die Flaschen schraubt, sodass wir ungefähr 20.000 Flaschen mit der Hand zugeschraubt haben. Meine Hände sehen aus wie ein Flickenteppich aus Blasen, aber das ist halb so wild wie Rücken- und Beinschmerzen. Heute habe ich einen Tag frei und genieße den Sonnenschein und das schöne Wetter. Die Region um Blenheim hat die meisten Sonnenstunden im Jahr, sodass es sich hier auch recht gut aushalten lässt. Die nächsten zwei bis drei Wochen werde ich noch hier bleiben und arbeiten, bevor es dann weiter in Richtung Süden geht (Christchurch, Dunedin).

Okay, das ist jetzt doch wesentlich mehr geworden, als ich anfangs dachte. Leider habe ich bisher kein einziges Bild im Hostel oder auf Arbeit gemacht. Der nächste Blogeintrag wird hoffentlich nicht so lange auf sich warten lassen und dann gibt es auch wieder ein paar mehr Bilder.

Wir gehen jetzt an den Fluss und versuchen ein paar Aale zu fangen. ;)
Also bis demnächst!
Viele Grüße

Hier noch ein paar Bilder von der Küste zwischen Picton und Blenheim:





4 Kommentare:

  1. Schön, dass es dich noch gibt =)

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  2. Man oh man ich dachte echt das wird nie was mit nem Job bei dir, aber gratualation dazu!!!
    Klingt ja auch richtig gut der Job, zumindest der zweite ;=)
    Na ja es scheint dir ja immernoch ziemlich gut zu gehen da drüben.

    Beste Grüße aus NDH,
    Schruppi

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  3. hey richard!
    mensch, bei den bildern kriegt man wirklich fernweh.. hab deinen blog auch bissl verfolgt. super, dass es inzwischen geklappt hat mit dem job! was dachtest du denn, was arbeit im wein bedeutet? :D
    lass dir´s gut gehen, bis bald wieder..
    liebe grüße aus good old DD

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  4. Hey Marie!!

    Ja, ich habe nicht erwartet, dass die Arbeit in den Weinbergen so easy ist, aber wir haben mit dem absolut beschissensten Job angefangen. Alle Arbeiten, die nach dem Bud Rubbing kommen, sind zumindest in Hüfthöhe und nicht ganz unten am Boden! :) Aber kaum der Rede wert - der Job jetzt ist eh viel besser!

    Liebe Grüße aus NZ ;)

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